Prenatale Angststörung.. ich habe Angst vor dem Tag mit meinem Baby

Hallo ihr Lieben.. bitte seid lieb zu mir. Ich verstehe mich selbst nicht mehr.
Ich bin Mutter einer wundervollen Tochter.. jetzt 10 Wochen alt.
Mein Kind war ein Wunschkind. Ich bin so verliebt. Mein Mann und ich sind 17 Jahre zusammen, 5 davon verheiratet. Alles ist wunderbar. Meine Tochter ist ein ziemlich entspanntes Kind. Mal weinen, mal Bauchweh, mal ein Schub.. nichts wildes.
Das ist mir alles bewusst.. ich bin eigentlich auch recht intelligent, stark und offen. Ich war immer neugierig und wissbegierig und habe schon einige Hürden gemeistert. Meine Mutter ist vor einigen Jahren plötzlich verstorben..und auch andere private Erlebnisse habe ich „gut weggesteckt“ und souverän gemeistert.
Nun zu meinem Problem:
Meine eigene Tochter macht mir Angst. Ich werde morgens wach und habe Angst vor dem Tag. Mein Mann geht arbeiten und ich habe Angst vor dem Tag allein mit Kind. Ich Wickel, füttere, gehe schieben, spiele mit dem Kind.. aber ich mache alles mit Angst. Mein Magen dreht sich um, mein Hals schnürt sich zu, ich kann kaum was essen. Wenn die kleine schläft, denke ich nur daran, was ich als Nächstes tue wenn sie wach wird. Ich renne durchs Haus, erledige meine Aufgaben.: immer bin ich unruhig. Ich kann mich nicht auf etwas anderes konzentrieren.. ich habe immer Angst vor dem
Nächsten Schritt… was ist wenn die kleine gleich losschreit.. was ist wenn ich nicht weiter weiß.. was ist wenn sie wach wird? Ich traue mich kaum raus.. ich sitze verkrampft im Auto ud. Schaue nur zum Kind. Ich habe so Angst. Ich liebe sie so so sehr.. aber warum habe ich jeden Tag Angst? Wie machen andere das? Alle wirken so locker und leicht.. ich weiß nicht einmal wovor ich wirklich Angst habe. Sie hat schon eine ganze Weile geschrieen..:
Was soll ich tun? Es kann doch nicht so weitergehen. Ich denke nachts an nichts anderes, während sie neben mir schläft..:ich habe jetzt schon Angst vor der Zeit, in der die kleine länger wach ist. Warum? Ich weiß es nicht. Bitte helft mir doch.
Ich habe mit meinem Mann schon gesprochen. Er kann mir nicht helfen. Er nimmt sie am Wochenende mal.. aber er muss ja wieder arbeiten. Ohne meine kleine fühle ich mich auch nicht wirklich wohl. Bitte schimpft nicht mit mir. Ich weiß, dass ich ein unglaubliches Glück habe.. warum fühle ich nur Angst?

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Also als erstes: hör bitte auf dir selbst solche Vorwürfe zu machen. Du bist auch nur ein Mensch und da sind Gefühle wie Angst, Überforderung usw. völlig normal. Das heißt nicht, dass du deshalb eine schlechte Mama bist.
Und zweitens: ich kann dir persönlich nicht sagen, wovon diese Gefühle kommen. Aber betrachte mal den „ist-Zustand“. Dein Baby ist gerade mal 10 Wochen alt und dein Körper hat sich gerade von der Geburt erholt. Aber bloß weil das Wochenbett offiziell vorbei ist, heißt das nicht, dass du nicht mit vielen neuen Aufgaben und vor allem vielen neuen Hormonen zu tun hast.
Gib dir selbst Zeit um in deiner Situation anzukommen eventuell wäre auch deine Hebamme oder Gyn mal ein Ansprechpartner und könnte dir Tipps geben.

Ich wünsche euch alles Gute und nochmal: sei nicht so streng mit dir selbst.

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Danke für deine lieben Worte. Sie tun mir wirklich gut. Habe leider keine Hebamme bekommen. Habe allerdings gemerkt, wie gut es tut, hier mein Herz auszuschütten. Habe nun auch den mit gefunden und meinen Arzt angerufen. Habe nächste Woche einen Termin und hoffe, dass mir iwie geholfen werden kann. Danke auch für den Tipp mit den Nahrungsergänzungsmitteln. Allein die Sonne in den letzten Tagen tat schon gut. Über Tag war es ganz okay. Gegen Abend wieder schlechter. Aber danke dir.

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Hallo meine Liebe,

bei meiner Tochter (mittlerweile 2,5 Jahre alt), hatte ich das auch (die Geburt war schwierig, das Personal im Krankenhaus hat mich nicht gut behandelt und alle haben irgendwie nur Druck gemacht). Mein Sohn ist nun ebenfalls 10 Wochen alt und bei ihm ist ALLES anders (inklusive der Rahmenbedingungen was Krankenhau/Geburt/etc. angeht - ich empfehle dir auch, absolut egoistisch zu sein und besonders das zu tun, was dir gut tut). Rückblickend betrachtet würde ich sagen, dass ich damals eine Wochenbettdepression hatte. Ich hatte richtig Panik vor der Verantwortung, vor dem "alleine der Situation ausgeliefert sein" (wobei ich wie du auch "die Situation" nicht näher definieren konnte). Alleine rausgehen ohne meinen Mann - never! Es hat sich bei mir tatsächlich so nach 4-6 Monaten von alleine gelegt, wobei ich auch heute noch ein wenig ängstlicher/zurückhaltender bin als viele andere Mamas. Aber nach 4-6 Monaten kommunizieren die Kleinen ja dann auch mehr mit einem und wirken nicht mehr so hilflos, das macht auf jeden Fall einiges schon mal besser. Aber bis dahin war es eigentlich der reine Horror und ich liebe meine Maus ebenfalls über alles, also damit hatte es nichts zu tun. Ich hatte keine Hebamme und kann dir nur empfehlen, diese darauf anzusprechen, falls du eine hast. Alternativ deine Frauenärztin. Es ist so wichtig, dass dir geholfen wird, denn ich empfinde es nun zwar mit meinem Sohn als sehr heilsam, dass sich alles so viel toller anfühlt und wie schön und entspannt die erste Zeit eigentlich sein kann, aber ich frage mich, ob es nicht möglich gewesen wäre, das damals schon bei meiner Tochter zu erleben. Total schade einfach!

Ansonsten noch als Tipp, deine Schwangerschafts-Nahrungsergänzungsmittel noch ein wenig weiter zu nehmen, so eine Schwangerschaft "lutscht" einen ja ganz schön aus. Gerade wenn B- oder D-Vitamine fehlen, kann das ordentlich auf die Stimmung schlagen.

Ich wünsche dir sehr, dass du doch noch die Zeit irgendwie genießen kannst. Wie eine Freundin mal von mir sagte, die ihre 2 Wochen alte Tochter mit in den Biergarten nahm: "Was soll denn passieren? Wenn sie schreit, fahr ich halt wieder heim." Ich hatte sie damals völlig entgeistert angeguckt, aber mittlerweile lach ich drüber und kann es total nachvollziehen. Mein Sohn bringt mich absolut gar nicht aus der Ruhe, den würde ich aktuell sogar auf ne Flugreise mitnehmen 😄 Es ist wenn überhaupt nur meine Tochter, wenn manche Situationen noch komplett neu für mich sind, aber zum Glück bin ich bei ihr wie gesagt mittlerweile auch wirklich entspannt geworden.

Alles Liebe!

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Wow.. danke! Es ist genau wie du es beschreibst.. aber das macht mir Hoffnung. Danke für deinen Text. Es ist schön nicht Aalen zu sein. Danke ❤️🤗

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Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem wonneproppen und fühl dich gedrückt.
Du machst deine Aufgabe ganz wundervoll.

Mir ging es sehr sehr ähnlich wie dir. Traute mich fast 16 Wochen kaum vor die Tür. Hatte vor jeder Situation Angst und konnte kaum definieren wo vor eigentlich genau.

Ich glaube den meisten Stress machte es mir wenn sie zu weinen anfing und ich ihr nicht gleich helfen konnte.

Aber ich kann dich berühren- diese Phase geht vorbei. Seit sie besser kommunizieren kann und ich mir leichter tue ihre Bedürfnisse zu verstehen kam auch das Selbstvertrauen wieder zurück.

Mittlerweile mach ich alles mit der kleinen Maus. Es stresst mich gsd schon um einiges weniger...Und wenn sie weint und nicht mehr aufhört, fahr ich einfach heim. War bis jetzt gsd erst einmal der Fall. 🤗🤭

Ich hoffe ich konnte dich ein bisschen aufmuntern.

Du bist definitiv nicht alleine mit deinen Gefühlen und Gedanken

Gaenseblümchen mit 6 Monate alter Maus 💞

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Danke dir! Du hast recht.. ich denke immer, wenn ich sie nur besser verstehen würde. Danke! Euer antworten machen mir wirklich Hoffnung. Tut allein schon gut eure antworten zu lesen ❤️

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Hallo,

weil ich es so erlebt habe... wurden deine Schilddrüsenwerte kontrolliert? Ich habe in der Schwangerschaft eine Überfunktion entwickelt. Ängste und Unruhe waren ua die Symptome.

LG

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War bislang noch nicht beim Arzt, da ich dachte es sei ein Kopfding. Aber das kann ich mal abklären lassen. Danke dir

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Hallo,
Auch ich kenne diese Ängste.
Ich habe sie heute noch zum Teil. Und das beim 2. Kind, das nun auch schon 4 Monate alt ist.
Ich habe neuerdings jeden Abend Angst vor dem Einschlafen mit der Maus.
Und ich habe jetzt schon Angst vor unserem Urlaub im April, wo ich allein mit beiden Kindern wegfahre.
Diese Ängste hatte ich schon beim 1. Unf gelernt, es wird nur besser, wenn ich es mache und merke, dass die Angst unbegründet ist (mindestens in ihrer Intensität) und dass ich das alles rocken kann!
Ich wünsche dir ganz viel Kraft! Bei mir wurde es mit zunehmender Routine auch besser mit der Angst.

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Danke dir! Ja, ich glaube ich muss mir auch mal ein paar Aufgaben vornehmen. Auch wenn ich Angst habe.. vlt wachse ich an meinen Aufgaben. ❤️

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Hey, fühl dich gedrückt. Mir ging es genau so nach der Geburt und auch lange Zeit dannach. Angststörung und Zwangsgedanken waren an der Tagesordnung. Ich war beim Psychologen die mir eine Wochenbettdeppresion diagnostizierte. Die Behandlung war nach 3 Sitzungen vorbei weil es nicht gepasst hat. Was mir gut geholfen hat war die Hypnose. Unglaublich teuer aber hilfreich. Auch viel sprechen mit meinem Mann war super (auch wenn er nichts nachvollziehen kann und schon oft genervt und sauer war)
Jetzt ist er 15 Monate und wir haben eine Routine und es läuft ganz gut. perfekt ist es immer noch nicht aber kein Vergleich zum anfang. Ich wünsche dir alles gute und such dir hilfe, wenn du das Gefühl hast du brauchst das. Da steckt keiner drin.

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Danke für deinen Tipp mit der Hypnose. Ja, mein Mann will so gerne helfen, kann aber die Angst nicht nachvollziehen. Er fragt halt immer wovor ich konkret Angst habe.. und ich kann es nicht erklären.
Fühle mich dann so schlecht, will doch eine gute mama sein und kenne mich so gar nicht. Hoffe es wird bald besser.
Danke dir

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Huhu! Auch ich verstehe dich sehr, sehr gut! Als mein Mann und ich (gemeinsam!) 1,2 wochen nach der Geburt das erste mal raus zum spazieren sind habe ich Rotz und Wasser geheult weil ich solche Angst hatte. Wovor? Keine Ahnung! Auch das Gefühl Angst vor der nächsten wachphase zu haben kann ich unheimlich gut nachvollziehen. In meinem Fall arbeitet mein Mann sogar komplett im Homeoffice und war somit immer „im Notfall“ ansprechbar, aber trotzdem hatte ich damit zu kämpfen. Ich hätte unseren Sohn am Anfang zum Beispiel niemals alleine gebadet. Ich kann dir sagen: er ist jetzt 4 Monate alt und es wird viel, viel besser! Das meiste von ganz alleine, man traut sich mehr und lernt von selber, dass nicht der Himmel zusammenbricht wenn das Baby kurz weint oder etwas nicht funktioniert, man eine Situation abbrechen muss. Ich habe immer noch vor manchen Situationen Angst aber ich versuche bewusst, mich diesen zu stellen, in kleinen Schritten. Ganz langsam aus der Komfortzone. Seit einer Weile weint er manchmal im Kinderwagen bitterlich, das macht mir beispielsweise Angst. Ich gehe dann erstmal unsere Straße auf und ab bis ich sehe wie er drauf ist, dann bin ich schnell wieder zuhause wenn es nicht funktioniert. Glaub mir, in ein paar Wochen wird es alles schon viel leichter sein! Am Anfang hat mir auch geholfen manchmal einen Podcast anzumachen während des Alltags mit Baby, ich weiß dass die Dauerbeschallung nicht so toll ist aber es hat mir geholfen die Angstgedanken auszublenden und einfach mal ins handeln zu kommen. Du schaffst das! One day at a time :-)

Bearbeitet von Lanivonundzu
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Danke dir! Du beschreibst es so gut. Ich habe habe echt Angst vor der nächsten Wachphase und kann es nicht gut haben, wenn alles hier leise und ich mit meinen Gedanken allein bin. Gute Idee mit dem Podcast. Danke dir.
Ja, dass mir dem
Spazieren verstehe ich. Muss auch immer erst antraten, was für ein Tag heute ist.. meine Tochter macht es meist so wunderbar und weint wirklich wenig.. aber ich drehe gefühlt vor jeder Aufgabe durch. Aber du hast recht.. immer kleine Schritte und nicht schon die ganze Woche oder die Zukunft planen. Danke dir ❤️

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Hey du!
Mir war es ein Anliegen dir zu antworten denn:

Willkommen im Club. Mir ging es exakt genauso! Nach außen habe ich oft cool gewirkt aber innendrin …nönö.
Der schönste Moment war wenn mein Mann heimgekommen und der schlimmste wenn er zur Arbeit gefahren ist.

Seit ein paar Wochen/Tagen hat das aufgehört. Mit 10 Wochen war ich bereits mittags mit den Nerven am Ende und einfach nur genervt.

Jetzt im Nachhinein stelle ich fest, dass ich keine Angst vor dem Baby hatte sondern einfach vor der gewaltigen Veränderung. Man geht aufs Klo, Baby könnte schreien. Brot schmieren? Nix da, Baby kackt. Ich will rausgehen…hm wenn er im Wagen nicht schläft fehlt ein Schläfchen und dann ist wieder alles durcheinander etc etc. Etc.

Oder unterwegs füttern! Ich habe zwar immer alles dabei aber dann in der Realität ein Flascherl zuzubereiten - ein Horrorszenario. Jetzt ist es einmal passiert und zwar mitten im Tierpark. Baby schreit wie am Spieß. Durchatmen, Parkbank suchen und füttern. Basta.
Und irgendwann werde ich es auch schaffen ohne einen durchgeschwitzten Kopf bei 2 grad zu haben#schock

So und seit ich aufgehört habe mich wegem jeden furz und weinen runterzumachen ist der Tag auf einmal anders. Dann weint das Kind halt mal wenn ich am Klo sitze! Oder mir ein Brot schmiere oder mir die Haare kämme! Oder er geht mal eine Stunde früher/später ins Bett weil die nickerchen anders gefallen sind - na und? Who cares?

Dieses weinen wird nach Woche 12 auch besser und weicht eher einem quengeln, welches sich besser aushalten lässt!

Nichtsdestotrotz freue ich mich noch immer über alles wenn am Abend mein Mann wieder heimkommt und wir wieder 2 gegen 1 sind ^^

Deine Gedanken und Gefühle sind absolut ok und ich glaube es geht fast allen Mamis so am Anfang!

Fühl dich gedrückt und Liebe Grüße aus Woche 15

Bearbeitet von mommytobee
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2 gegen 1 #rofl darüber musste ich jetzt echt lachen! Zum Thema Klo (und mittlerweile auch duschen) war für mich der ultimative tip wickelunterlage ins Bad (auf den Boden natürlich) und Baby mitnehmen. Mittlerweile kann ich richtig ausgiebig duschen und er glotzt dabei fröhlich durch die Gegend.

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Hallo !

Auch ich kann das alles sehr gut nachvollziehen. Zwar geht es mir jetzt bei meinem 2. Kind viel besser, aber als mein 1. Sohn geboren wurde, war ich ein Wrack. Ich hatte keinen Partner und nur Angst, dass mein Kleiner unterwegs zu schreien beginnt. Der 1. Spaziergang war die reinste Hölle, weil ich einfach alleine war und nicht wusste was ich tun soll, wenn mein Baby zu weinen beginnt. #schwitz

Ich habe mir damals Hilfe bei einer Sozialarbeiterin gesucht, weil ich Angst hatte, dass ich mein Baby nicht so lieben kann wie ich es möchte usw.. völliger Quatsch eigentlich, denn ich war, wie ich jetzt weiß, eine gute Mutter und bin es noch. Mein 1. und ich haben eine sehr enge Beziehung (er ist jetzt 11) und ich hätte eigentlich nie vor etwas Angst haben müssen. Aber ich weiß wie es ist, wenn man total unbegründete Ängste hat. Das ist kräfteraubend und frisst Einen innerlich auf. Ich kann dich beruhigen...es wird besser und die Ängste hören auf. Versuche dich, in den Zeiten wo deine Kleine schläft nur auf dich zu konzentrieren. Setze dich hin, trinke eine Tasse Tee oder Kaffee, lies im Forum oder ein Buch, tu was DIR guttut. Das hat mir damals auch geholfen. Meine Sozialarbeiterin riet mir ein Plakat aufzuhängen auf dem groß MIR ZULIEBE draufstand. Das habe ich am Tag x-mal angesehen und immer wenn ich das Bedürfnis hatte, MIR etwas Gutes zu tun, habe ich das auch gemacht. Kopf hoch! Das wird besser!

Alles Liebe! suki + babykeks (1 Woche alt) #baby